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Altersvorsorge und Wiedereinstieg nach der Babypause

Finanziell vorsorgen vor und nach der Babypause
Vollzeitmama oder voll berufstätig sein? Egal, für welches Familienmodell Sie sich entscheiden: Wenn Sie eine Babypause machen, sollten Sie sich finanziell absichern. Planen Sie den Wiedereinstieg nach der Mutterschaft in die Arbeitswelt frühzeitig und vergessen Sie Ihre Altersvorsorge nicht.
Wollen Sie nach vier Monaten Babypause gleich wieder arbeiten gehen und für eine pädagogische Betreuung in einer Kita zahlen? Oder möchten Sie selbst länger beim Baby bleiben, aber dafür kein Einkommen und keine Einzahlungen in die Pensionskasse und auch keine Einzahlungen in die Säule 3a haben? Der Wiedereinstieg nach der Mutterschaft wirft viele Fragen auf. Befassen Sie sich frühzeitig mit dem Thema und sichern Sie sich in der dritten Säule ab.

Babypause in der Schweiz

Der gesetzliche Mutterschutz in der Schweiz beträgt nur 14 Wochen. Und der Vaterschaftsurlaub nur zwei Wochen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist das fast gar nichts. Wie wirkt sich das in der Realität auf die Altersvorsorge von Frauen aus?

Was bedeutet eine längere Babypause für Ihre Vorsorge?

Eine lange Mutterschaftspause kann ein riesiges Loch in die Altersvorsorge von Frauen reissen. Einerseits zahlen Frauen in dieser Zeit nichts in die Pensionskasse und meist auch nicht in die dritte Säule ein andererseits verschlechtern sich die Chancen am Arbeitsmarkt. Wer nach sechs Monaten Babypause in der Schweiz nicht wieder arbeitet, beeinträchtigt die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt und den Wiedereinstieg in die Berufswelt. Jobs mit kleinem Pensum oder Niedriglohnarbeit bringen fast kein Geld ein. Frauen werden dadurch finanziell vom Partner abhängig und riskieren ohne entsprechende Vereinbarungen mit dem Partner, bei einer Scheidung in eine Altersarmut zu fallen.  
Wie lange machen Schweizerinnen in der Regel eine Babypause?
In der Schweiz ist der Mutterschaftsurlab nur 14 Wochen lang. Aber wie gehen Frauen in der Realität mit der Geburt eines Kindes um? Obwohl viele Frauen heute sehr schnell nach der Geburt ihres Kinds wieder ins Berufsleben einsteigen, bleiben auch viele länger zu Hause. Ganze 5,4 Jahre verbringen Mütter im Schnitt ohne Berufstätigkeit, sagt das Schweizerische Bundesamt für Statistik. Je höher der Bildungsstand der Frau ist, desto kürzer ist durchschnittlich ihre Babypause. Zudem nehmen sich laut Statistik Schweizerinnen mehr Zeit als Ausländerinnen und Alleinerziehende weniger als Frauen mit Partner. Die grösste Hürde für den Wiedereinstieg nach der Babypause: fehlende und vor allem auch bezahlbare Betreuungsmöglichkeiten.
Mutter und Tochter essen an einer Spagetti

Die Tücken beim Wiedereinstieg

Wie anspruchsvoll «Familienmanagement» wirklich ist, wissen die meisten Personalchefs vermutlich nicht. Was tun, damit sich die Unternehmen auch nach der Babypause um Sie reissen und Ihre Kompetenzen ernst nehmen?

Das richtige Pensum finden

Was ist die richtige Aufteilung von Berufstätigkeit und Care-Arbeit? Das entscheiden Sie individuell für Ihre Familie gemeinsam mit Ihrem Partner. Es lohnt sich aber meistens, wenn beide 75 Prozent arbeiten. So können regelmässig beide in der gleichen Funktion weiterarbeiten, in die zweite Säule einzahlen und Lücken in der AHV verhindern. Vielleicht können Sie gemeinsam sogar ein Einkommen erzielen, das ein Sparen in der dritten Säule ermöglicht. Arbeiten Sie als Frau in einem geringen Pensum oder machen eine längere Babypause, sollten Sie entstehende Lücken in der Altersvorsorge in das Haushaltsbudget einberechnen. Gleichen Sie es durch die Einzahlung in die Private Vorsorge (Säule 3b) aus.

Vier Expertentipps für den erfolgreichen Wiedereinstieg nach der Babypause

Falls Sie nicht schon nach einem halben Jahr wieder einsteigen, sollten Sie Ihre künftige Berufstätigkeit während einer längeren Jobpause nicht aus den Augen verlieren. Mit diesen Tipps können Sie Ihre Chancen auf eine attraktive Stelle erhöhen.

  1. Planen Sie Ihren Wiedereinstieg vor der Babypause
    Möchten Sie wieder beim gleichen Arbeitgeber wieder einsteigen, besprechen Sie die Möglichkeiten und Ihre Karriereziele mit Ihrem Chef, der HR-Abteilung oder einer externen Beraterin.
  2. Bleiben Sie auf dem Laufenden zu Trends
    Hören Sie Podcasts oder besuchen Sie Online-Workshops zu Ihrer Branche. Verfolgen Sie neue Trends und Technologien. So haben Sie beim Vorstellungsgespräch gleich ein paar spannende Themen.
  3. Nutzen Sie Ihr Netzwerk für spannende Chancen
    Ist ein Wiedereinstieg beim alten Arbeitgeber keine Option? Melden Sie sich regelmässig bei ehemaligen Chefs und Kollegen. Bei einem Kaffee erfahren Sie auch von offenen Positionen, die zu Ihnen passen.
  4. Orientieren Sie sich neu mithilfe eines Coachs
    Hat das Baby einfach alles verändert und Sie wollen nicht mehr zurück ins alte Leben? Holen Sie sich einen Job Coach und finden Sie gemeinsam heraus, wohin die Reise künftig führen soll. Allenfalls macht auch eine Weiterbildung Sinn für Sie.
Kleinkind in Windeln streichelt einen Hund mit Napf auf dem Kopf auf dem Sofa

Was passiert während der Babypause mit Ihrer Vorsorge?

Während den ersten 14 Wochen der Babypause unterstützt Sie der Staat finanziell. Bleiben Sie aber länger zu Hause oder reduzieren Ihr Pensum stark, hat das für Ihre Altersvorsorge unter Umständen erhebliche Folgen.

Die Höhe der Mutterschaftsentschädigung

Während 14 Wochen nach der Geburt Ihres Kindes erhalten Sie von der AHV eine Mutterschaftsentschädigung von 80 Prozent Ihres durchschnittlichen Bruttoeinkommens, aber höchstens CHF 220 pro Tag (CHF 6'600 pro Monat). Übrigens: Väter bekommen während 14 Tagen dieselben Leistungen. Mütter haben einen Anspruch darauf, den Mutterschaftsurlaub um zwei Wochen über die 14 vorgesehenen Wochen hinaus zu verlängern. Für diese zwei zusätzlichen Wochen haben sie aber keinen Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung. 

Bestimmen Sie Ihre Ausgangssituation

Wenn Sie nach 16 Wochen nicht wieder arbeiten oder nur in Teilzeit, sollten Sie Ihre Altersvorsorge unter die Lupe nehmen. Wie hoch ist Ihr Pensum? Und wie hoch ist Ihr Lohn? Das wirkt sich stark darauf aus, wie gut Ihre Altersvorsorge ist. Lassen Sie sich von einer Vorsorgeexpertin beraten: Decken Sie Lücken auf und finden Sie Lösungen, um sie zu füllen.

Worauf Sie in der ersten Säule achten müssen

Wenn Sie nach den 14 Wochen Mutterschaftsurlaub nicht wieder arbeiten gehen, müssen Sie sich bei der Ausgleichskasse ihres Wohnsitzkantons anmelden. Fehlende Beitragsjahre bedeuten eine Kürzung der AHV-Rente – und das tut weh. Um diese Lücken zu meiden, können Sie jährlich einen Beitrag von CHF 514 (Stand: 2023) bei Ihrer Ausgleichskasse verrichten. Falls Sie verheiratet sind, müssen Sie keine eigenen Beiträge zahlen, wenn Ihr Partner mindestens den doppelten jährlichen AHV-Mindestbeitrag von CHF 1’028 (Stand: 2023) entrichtet.

Erziehungsgutschriften in der AHV 

Die heutigen Bestimmungen des AHV-Gesetzes sehen vor, dass bei der Rentenberechnung allfällige Erziehungsgutschriften angerechnet werden können. Diese Gutschriften sind keine Geldzahlungen, sondern fiktive Einkommen, die erst bei der späteren Rentenberechnung berücksichtigt werden. Personen, die Kinder unter 16 Jahren betreuen, erhalten so die
Möglichkeit, eine höhere Rente zu erzielen. Bei Ehepaaren werden sie beiden Partnern zur Hälfte angerechnet.

Worauf Sie in der zweiten Säule achten müssen

Erst ab einem Jahreslohn von CHF 22'050 (Stand: 2023) sind Sie in der Pensionskasse obligatorisch versichert. Ist Ihr Lohn tiefer, unterstehen Sie nicht mehr der obligatorischen Versicherung und die Beiträge für die Pensionskasse fallen weg. Und damit auch die Pensionskassenrente. Erhöhen Sie Ihr Arbeitspensum auf mindestens 60 Prozent und prüfen Sie die Höhe Ihrer Vorsorgelücke. Durch einen Einkauf in die Pensionskasse können Sie ihre Vorsorgelücken schliessen oder reduzieren. Prüfen Sie die reglementarischen Bestimmungen Ihrer Pensionskasse, diese können vorteilhaftere Regelungen vorsehen.

Worauf Sie in der dritten Säule achten müssen

Gerade wenn die Pensionskasse wegfällt, wird die dritte Säule umso wichtiger. Vereinbaren Sie mit Ihrem Partner, dass er während Ihrer Babypause von seinem Lohn einen Beitrag in Ihre dritte Säule (Säule 3b) einzahlt. Haben Sie keinen Partner, aber Erspartes auf dem Bankkonto? Legen Sie es lieber in ein renditeorientiertes Vorsorgeprodukt der dritten Säule an, damit das Geld seinen Wert nicht durch die Inflation verliert und Sie gleichzeitig vom umfangreichen Schutz im Schadensfall profitieren.

Wichtige Absprachen mit Ihrem Partner

Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Wünsche und Zukunftspläne. Vielleicht möchte er sein Pensum ebenfalls anpassen oder sich beruflich neu ausrichten. Und reden Sie über die Altersvorsorge. Solange Sie und Ihr Partner verheiratet sind, teilen Sie sich auch die Rente. Leider lässt sich aber eine Scheidung nicht ausschliessen. Bleiben Sie als Frau deshalb unbedingt finanziell unabhängig und sparen Sie in der dritten Säule.

Tipp

Möchten Sie das unangenehme Thema Geld mit Ihrem Partner geschickt ansprechen? Dann laden Sie am besten eine/-n Vorsorgeberater/-in zu sich nach Hause ein und bitten diese/-n vorgängig, das Thema «Vorsorge für die Frau» während des Gesprächs zu behandeln. 

Drei häufig gestellte Fragen zum Thema Babypause

Wie sind Mütter in der Babypause versichert?

Während 14 Wochen nach der Geburt sind Sie weiterhin in der ersten Säule versichert und erhalten 80 Prozent Ihres Bruttolohns. Zudem sind Sie in dieser Zeit auch noch bei Ihrem Arbeitgeber unfallversichert. Möchten Sie eine längere Babypause einlegen, achten Sie darauf, ob sie sich oder ab wann sie sich als nichterwerbstätig bei der AHV melden müssen. Achten Sie zudem auf Ihre Unfallversicherung: Schliessen Sie eine Abredeversicherung entweder bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber oder bei Ihrer Krankenversicherung ab.

Welche Faktoren sollten vor dem Wiedereinstieg nach der Babypause erfüllt sein?

— Besprechen Sie Ihre Finanzen mit Ihrem Partner: Wie bleiben Sie unabhängig? Wie sorgen Sie fürs Alter vor?
— Besprechen Sie mit Ihrem Partner, wie Sie Job und Care-Arbeit fair aufteilen.
— Regeln Sie die Kinderbetreuung. Eine Kita ist teuer, lohnt sich aber mehrfach: Sie können berufstätig bleiben und in die Altersvorsorge einzahlen. Ihr Kind erhält zusätzlich zur Erziehung durch seine Eltern eine professionelle pädagogische Betreuung von Fachpersonen.

Wie erwähnt man eine längere Babypause im Motivationsschreiben?

Nennen Sie das Kind beim Namen: Sie haben eine Mutterschaftspause gemacht. Vermeiden Sie das Wort «Familienmanagerin», darüber rümpfen Personaler die Nase. Heben Sie dennoch selbstbewusst hervor, was Sie in dieser Zeit geleistet haben: Neben den als Mutter gelernten Soft Skills machen sich ehrenamtliche Engagements, Workshops, Seminare sowie Weiterbildungen besonders gut. Sind Sie unsicher, was Sie können? Holen Sie sich einen Coach.
Die finanzielle Vorsorge für Frauen kommt oft zu kurz. Nutzen Sie eine Vorsorgeberatung durch unsere Expertinnen und Experten.

Verstehen Sie nur Bahnhof? Unser Ratgeber hilft Ihnen, die richtigen Antworten auf die richtigen Fragen zu finden. 

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